Dritte Tour – Normandie

Nun ist es soweit – nach ein paar Wochenend-Kurztrips steht unsere erste längere Reise an. Die Normandie ist das Ziel. Alles ist gepackt und nur tanken noch angesagt. Das einzige Problem, das es bei der Abfahrt gibt, ist die Frage: „Wie trockenen Fußes ins Auto kommen?“ Es schüttet wie aus Kübeln, und der Nissan steht ca. 150 Meter vom Haus weg. Nachdem wir eine Weile unter dem Vordach stehen und darauf hoffen, dass der Regen gleich nachlässt – was er irgendwie heute partout nicht tut – beschließe ich Held zu sein und das Auto zur Tür zu holen. Blöderweise muss ich noch die Fahrräder auf dem Träger verzurren und so habe ich nach 5 Minuten nicht nur nasse Klamotten, sondern auch einen komplett durchweichten rechten Schuh, weil ich nicht darauf geachtet habe, dass sich der Rinnstein zu einem Sturzbach entwickelt hat.

Regen läuft den Alkoven runterTrotz meiner „Heldentat“ duscht auch Katrin beim Einsteigen unfreiwillig ein zweites Mal an diesem Tag.

Naja – was ist schon das bisschen Wasser – wir sind ja nicht aus Zucker und die Zapfsäulen sind überdacht. In strömendem Regen geht es auf die Autobahn nach Köln, weiter den Elzer Berg hinauf immer Richtung Urlaub. Am Elzer Berg haben wir das Glück, dass der LKW einer Spedition wohl eine Sonntagfahrerlaubnis hat und uns in seinen Windschatten nimmt. Den LKW kann man bei all dem Wasser zwar kaum sehen, aber wir schaffen es, nicht unter 60 km/h zu fallen. Irgendwo um Köln rum hört der Regen auf, uns ist nach Kaffee und nach trockenen Klamotten.

Zum Glück hat man ja sein Heim und trockene Kleidung dabei. Kaffee kochen ginge zwar auch, aber wir wollen weiter, und die Autobahntanke will ja auch Umsatz machen.

Irgendwo hinter der niederländischen Grenze habe ich tatsächlich sagenhafte 110 auf dem Tacho und muss abbremsen, weil ich sonst in die Adria rauschen würde – pardon in einen Adria Camper. Zugegeben es ging auch leicht bergab und der Windschatten hat wohl ein Übriges getan. Sonst sind wir eher auf LKW Niveau unterwegs.

Nissan PickUp in FrankreichIrgendwann gegen Abend kommen wir dann in Frankreich am Meer an. Wir haben einen Wohnmobilstellplatz angepeilt, der direkt an den Klippen liegt und einen atemberaubenden Blick auf das Wasser liefert. Den genießen wir aber erst am nächsten Morgen. Der Platz ist leicht abschüssig und wir müssen ein wenig mit Keilen ausgleichen, damit wir gerade stehen. Danach ein kurzes Abendessen zubereiten, eine Flasche Wein entkorken und gute Nacht. Ich bin zwar an lange Fahrten gewöhnt aber irgendwie macht es halt doch müde.

Am Morgen dann grau in grau, aber kein Regen. Geweckt werden wir vom freundlichen Gebühreneintreiber für den Platz, und ich kann wieder die ersten Brocken Französisch sprechen. Noch ist es etwas eingerostet, aber nach zwei bis drei Tagen soll sich das auch wieder gelegt haben.

NormandieDer Blick von den Klippen ist wirklich klasse. Wann kann man Möven schon von oben beim Fliegen zusehen?

Normandie BunkerDeutsch/französische Geschichte ist mittlerweile stark bewachsen lässt aber immer noch Grüßen.

Frankreich – das Land in dem Gott es sich ja bekanntlich gut gehen lässt. So haben es auch wir vor und der erste Supermarkt wird gestürmt, die Vorratsschränke gefüllt mit allem, was lecker ist. Danach geht es weiter in Richtung Quend.

Normandie am MeerDas Wetter bleibt durchwachsen und hier an der See windig.

Stellplatz Quend PlageEs ist noch keine Urlaubssaison und die Plätze meist leer. So stehen wir auf einem neu angelegten Platz mitten unter Bäumen, fast wie irgendwo mitten in der Natur.

Arbeiten unterwegsHier bleiben wir ein paar Tage, erholen uns und basteln ein wenig am Auto herum. Hier was verbessern, da was zurechtsägen, dort was schrauben. Ich habe einiges an Werkzeug dabei und bin gerüstet.

 

Normandie

Dann zieht es uns weiter. Wir wollen am Meer bleiben und fahren an der Küste entlang.

 

Normandie Offroad

Fahrbare Wege abseits der geteerten Straßen sind leider Mangelware und enden oft an einer Art Schranke, die nur Fahrzeuge bis 2 Meter Höhe durchlässt. Überhaupt sind einige Wege für Wohnmobile verboten, was sicher dem Andrang im August geschuldet ist. Der August ist der klassische Ferienmonat in Frankreich und da dürfte es hier an der Küste entsprechend voll sein.

Wir fahren nach Honfleur, das gegenüber von Le Havre an der Seine Mündung liegt. Am Hafen gibt es einen Wohnmobil Stellplatz, den wir ansteuern – und sofort wieder verlassen. Der Platz ist dermaßen gerammelt voll, dass die Fahrzeuge dicht an dicht stehen. Ich fahre auf den Platz, wir sehen uns an, und ich wende den Nissan und fahre wieder vom Platz runter.

Wie wir einige Tage später mitbekommen ist, an dem Wochenende ein großes Windjammer Fest und alle großen und bekannten Zwei-, Drei- und Viermaster dieser Welt treffen sich und fahren ein Stück die Seine hinauf. Schooner, Fregatten, Brigantinen, Klipper und Windjammer – alles was Rang und Namen hat wird erwartet.

Windjammer vor Le HavreWir sind ein wenig weitergefahren und stehen etwas östlich von Honfleur am Meer und können aus einiger Entfernung auf die Seine Mündung und die ein- und auslaufenden Großsegler sehen. Klar, wir sind nicht ganz so nah, aber dafür fühlen wir uns nicht wie die Sardinen in der Dose.

Ein wenig läuft diese Tour unter dem bekannten Motto eines älteren Werbespots:

  • Gebrauchtes Wohnmobil kaufen: 5.500,– Euro.
  • Sprit nach Frankreich: 150,– Euro.
  • Den Ausblick auf das Meer jederzeit wechseln können: UNBEZAHLBAR

Leider müssen wir unsere Tour wegen eines ernsteren Krankheitsfalles zuhause vorzeitig abbrechen und fahren in 2 Tagen über Reims zurück.

ReimsIn Reims übernachten wir auf dem Parkplatz eines Mega Supermarktes und kaufen am nächsten Morgen noch …

Einkaufen in Frankreich… Champagner, 2 Gusseiserne Töpfe, wie man sie nur in Frankreich bekommt, und ein paar andere wichtige Dinge.

Nun ja – au revoir – wir kommen wiederKrebs

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